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Sehenswürdigkeiten im Gemeindebereich Hohenburg








Fledermaushaus Hohenburg, Marktplatz 32
http://www.fledermaushaus-hohenburg.de

Fledermaushaus Hohenburg
Marktplatz 32
92277 Hohenburg

Kontakt für Besuche/Führungen:
Rudi Leitl (Betreuer des Fledermaushauses)
Tel. 09626/92 99 772


Nach genau zweijähriger Bauzeit ist die Sanierung des sogenannten Fledermaushauses unter Einhaltung aller Auflagen, Fristen und Kosten erfolgreich abgeschlossen worden.
Für den Markt Hohenburg ist dies als mehrfacher Gewinn zu sehen.
Die kurz vor dem Einsturz befindlichen Gebäude sind nun ein Schmuckstück (mit der ältesten gefundenen Fassade aus dem 16. Jahrhundert) am Markplatz und stehen bei Führungen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Sanierungsarbeiten haben den örtlichen Handwerkern gute Aufträge und Arbeit gebracht. Und vor allem konnte dadurch ein wichtiger Schritt für die Rettung der „Großen Hufeisennase“ gemacht werden.
Diese besondere Fledermausart hat hier ihr letztes Fortpflanzungsvorkommen in ganz Deutschland. Dem Markt Hohenburg kommt hierdurch sowohl eine besondere Verantwortung als auch ein außerordentliches Alleinstellungsmerkmal zu.

Kleine Chronologie zum Vorkommen der Großen Hufeisennase in Hohenburg:
1961: erste Dokumentation von Großen Hufeisennasen in der Berghausener Höhle durch Dr. Manfred Kraus (ehemaliger Leiter des Tiergartens Nürnberg)
1990: Funde einzelner Hufeisennasen in verschiedenen Gebäuden des Marktes Hohenburg durch Georg Knipfer
1992: Fund des sogenannten Wochenstuben-Quartiers im Stadel des Anwesens Marktplatz 32 mithilfe von Telemetrie (Peilung über Minisender) durch die Universität Erlangen; das Anwesen wurde daraufhin umgehend von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz angepachtet.
2008: nach langen Kaufverhandlungen mit der Erbengemeinschaft konnte das Anwesen mit Geldern des Bayerischen Naturschutzfonds (90 %), dem Landkreis Amberg-Sulzbach und dreier Naturschutzverbände angekauft und ins Eigentum des Marktes Hohenburg übertragen werden.
2009: Bewilligung von Geldern aus dem Konjunkturpaket II für die Sanierung des einsturzgefährdeten Anwesens.
2011: erfolgreicher Abschluss der Sanierung
Der schönste Erfolg der Sanierung aber ist, dass trotz der Arbeiten die Hufeisennasen weiterhin deutlich zugenommen haben.
Mithilfe von Infrarotkameras konnten schon viele von uns interessante Einblicke in das ansonsten im Dunkeln verborgene Leben dieser besonderen Fledermäuse bekommen.

Warum hat die Hufeisennase gerade in Hohenburg überlebt?
Es sind hauptsächlich drei Gründe: Hufeisennasen benötigen zum Überwintern große ungestörte Höhlen, wie sie hier in der Juralandschaft vorkommen. Weiterhin brauchen sie strukturreiche Landschaften, in denen keine Pestizide (giftige Spritzmittel) ausgebracht werden, da nur hier ein entsprechendes Angebot von Großinsekten vorkommt. Hier spielt der Truppenübungsplatz die Schlüsselrolle. Zuletzt brauchen die Hufeisennasen noch ein ungestörtes Sommerquartier mit offenem Einflug, wo die Weibchen ihre Jungen zur Welt bringen und groß ziehen können.
Diese drei Faktoren kommen genau in Hohenburg zusammen.

Ausblick:
Die wichtigsten Winterquartiershöhlen wurden durch die Höhere Naturschutzbehörde und die Umweltabteilung der amerikanischen Streitkräfte gesichert. Letztere führen auch viele Landschaftspflegemaßnahmen im Übungsplatz durch. Nun ist auch noch das Quartiergebäude der Wochenstube entsprechend saniert worden, um sowohl den Hufeisennasen eine gute Jungenaufzucht zu ermöglichen als auch um den Menschen wunderbare Einblicke in das Sozialleben dieser Tiere zu bieten. V. a. die Kinder und Jugendlichen der umgebenden Kindergärten und Schulen bekommen hier einzigartige Möglichkeiten für ihre Naturerziehung.
Doch wir dürfen hier nicht stehen bleiben. Mit der Sanierung des Hauses ist die Art noch nicht gerettet. Solange es nur eine Kolonie bleibt, ist die Gefahr des Aussterbens immer noch sehr groß.
Darum wurde ein sogenanntes Life-Projekt bei der EU beantragt, mit dessen Maßnahmen die Landschaft um Hohenburg noch lebensfreundlicher für Mensch und Natur und insbesondere für die Große Hufeisennase gestaltet werden soll und das letztlich über Projektmittel noch weitere Wertschöpfung in unsere Region bringen wird. Wir dürfen uns glücklich schätzen, so eine Naturkostbarkeit in unserem Markt zu besitzen.

Im kommenden Jahr wird das Fledermaushaus auch entsprechende Öffnungszeiten bekommen und es werden regelmäßige Führungen angeboten.
Die Informationen hierzu werden dann sowohl im Fledermaushaus als auch im Rathaus und auf der Homepage des Marktes Hohenburg zu finden sein.

Rudolf Leitl


Wallfahrtskirche Stettkirchen
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